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Ab welchen Werten spricht man vom Niedrigenergiehaus und wie erreicht man diese?

Ab welchen Werten spricht man vom Niedrigenergiehaus und wie erreicht man diese?

14. März 2014 21:53 » Rubrik: Bauen » Kommentieren

Oft spricht man bei Hausbau und Sanierungsmaßnahmen von Niedrigenergiehäusern, aber was sind eigentlich Niedrigenergiehäuser? Rechtlich ist der Begriff nicht eindeutig definiert, aber es gibt gewisse Richtwerte, an denen man ein Niedrigenergiehaus erkennen kann. Bei einem Einfamilienhaus muss der Heizwärmebedarf pro Wohnflächenquadratmeter und Jahr unter 70 Kilowattstunden liegen. Damit verbraucht dieses Haus durchschnittlich 7 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter. Alte Bauten lagen meistens über diesen Werten, neu errichtete Häuser werden jedoch alle diesen Anforderungen gerecht. Damit alte Häuser den neuen Standards angepasst werden können, sind gewisse Energiesparmaßnahmen zu ergreifen. Die erste Maßnahme ist natürlich die Wärmedämmung, doch es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, wie haustechnische Anlagen, welche eine große Energieeffizienz aufweisen. Somit muss immer das ganze Haus als Einheit betrachtet werden, um von einem Niedrigenergiehaus zu sprechen.

Schon bei der Planung auf Niedrigenergie achten

Beim Niedrigenergiehaus müsst Ihr schon bei der Planung darauf achten, dass die Gebäudehülle so klein wie möglich gehalten wird. Je mehr Hülle vorhanden ist, umso mehr Wärme kann dadurch nach außen entweichen. Darum sollten spitze Winkel, Vorsprünge und sonstige Gebäudeformen, die nicht unbedingt notwendig sind, weggelassen werden. Damit könnt Ihr zusätzlich auch die Baukosten senken. Bei einem Altbau kann man dahin gehend aber keine Eingriffe machen, hier müsst Ihr andere Maßnahmen ergreifen. An erster Stelle steht, wie schon erwähnt die Wärmedämmung, dabei spricht der Fachmann vom U-Wert, früher auch K-Wert genannt. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser ist die Wärmedämmung. Für die Außenwand eines Niedrigenergiehauses sollte der U-Wert unter 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin, kurz auch W/m²K, liegen. Am schnellsten erreicht man diesen Wert mit Holz- oder Steinwänden. Die Fähigkeit der Wärmespeicherung ist bei massiven Wänden wesentlich höher, außerdem regeln Ziegel und Holz den Feuchtigkeitshaushalt. Ohne zusätzliche Dämmung müssten die Wände jedoch so dick ausgeführt werden, dass man zu viel Wohnraum verlieren würde. Inzwischen werden Dämmung und Ziegel bereits in einer Einheit kombiniert, Ihr könnte aber auch ein zweischaliges Mauerwerk errichten und dieses mit einer hinterlüfteten Fassade samt Wärmedämmung versehen.

Fertighäuser werden schon im Werk zu Niedrigenergiehäusern

Bei Fertighäusern können die Wände wesentlich schlanker ausgeführt werden und man erreicht trotzdem noch den Wert eines Niedrigenergiehauses. Fertighäuser werden meistens in einer Holzrahmenkonstruktion errichtet. Bei diesen Konstruktionen werden schon im Werk hochdämmende Dämmmaterialien eingebracht. Durch die schlankeren Räume erreicht man einen enormen Raumgewinn von bis zu acht Quadratmeter. Natürlich muss bei der Dämmung auch der Fensterbereich in die Überlegung mit einbezogen werden.

Wärmedämmung durch moderne Fenster im Niedrigenergiebereich

Bei Fensterflächen sollte der U-Wert nicht mehr als 13, W/m²K hoch sein, darum sind moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung ausgestattet. Der Rahmen von Wärmeschutzfenstern ist meist in Aluminium, Holz oder Kunststoff ausgeführt. Doch das beste Fenster hilft nichts, wenn man beim Einbau nicht darauf achtet, dass auch die Fuge zwischen Rahmen und Mauer luftdicht ausgeführt und gegen Wind und Regen geschützt wird. Außerdem solltet Ihr große Fensterflächen immer gegen Süden ausrichten, jedoch sollte nur die Hälfte der Wand als Fensterfläche ausgeführt werden, da es sonst zu Überhitzung kommen kann.

Neue Aufsparrendämmung bringt Energieeinsparung

Auch das Dach darf beim Niedrigenergiehaus nicht unbeachtet bleiben. Das Dach sollte einen U-Wert unter 0,15 W/m²K aufweisen, diesen Wert erreicht der Bauherr durch eine 25 bis 30 Zentimeter dicke Dämmschicht. Bei einer Aufsparrendämmung werden Wärmebrücken vermieden, da die Dämmung vollflächig verlegt werden kann. Bei Altbauten erreicht man diese jedoch nur durch eine komplett neue Dacheindeckung. Das kostet natürlich mehr, die Finanzierung kann jedoch über ein KfW-Darlehen erfolgen.

Finanzierung durch Fördermittel der KfW

Für Renovierungsarbeiten könnt Ihr ausgewählte Fördermittel der KfW-Förderbank beantragen. Die Darlehen werden jedoch nicht direkt durch die KfW vergeben, sondern von durchleitenden Kreditinstituten. Die Zinssätze dieser Förderprogramme sind meistens unter den üblichen Konditionen. Deshalb solltet Ihr vor jeder Sanierungsmaßnahme diese Möglichkeit genau prüfen.

Foto: © DOC RABE Media – Fotolia.com

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